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Hohe Hürden helfen wenig

Von Schranken und Türen: Warum der Begriff der Paywall für Verlage schwierig ist

Dinge kommen und gehen. Manche Dinge gehen – und kommen woanders wieder. Die Schranke ist dafür ein gutes Beispiel. Zugtrassen werden heute so gelegt, dass Überquerungen anderer Verkehrsadern nicht nötig sind oder schrankenlos gelöst werden. Immer weniger Stillstand also.

Doch im Internet gibt es sie wieder, die Schranke. Besser gesagt: die Bezahlschranke. Eine elektronische Hürde. Auf dem Weg zu Inhalten darf nur passieren, wer bezahlt. Über die Notwendigkeit der Paywall wurde hinreichend gesprochen. Die Argumente für und wider kreisen um geändertes Leseverhalten, Recherchekosten und veränderte Einnahmesituationen.

Bei all den Diskussionen darf allerdings einer nicht aus dem Blick geraten – Der Leser. Für ihn ist die beste Bezahlschranke jene, die er gar nicht merkt. Das Bild der Bezahlschranke erweist sich insofern als schwierig, gleichwohl es etabliert und verständlich ist. Es darf jedoch niemals darüber hinwegtäuschen, dass die Bezahlschranke lediglich für die Verlage ein Mittel zum Zweck ist. Argumentationen darum scheren Medienkonsumenten wenig. Sie haben eine natürliche Schranke dafür, was sie tun und was sie lassen. Diese Schranke ist eine Mischung aus Gewohnheit, Bequemlichkeit und Einsicht. Wenn der Leser etwas möchte, dann wird er dafür auch eine Schranke passieren. Verlage dürfen aber nicht außer Acht lassen, wie groß des Lesers Verlangen nach einem Inhalt tatsächlich ist. Wer von A-Dorf nach B-Dorf möchte, weil in B-Dorf Freund oder Freundin wartet, wird an der Bahnschranke zehn Minuten Geduld aufbringen. Wer von A-Dorf nach B-Dorf möchte, weil er Langeweile hat überlegt es sich vielleicht nach sieben Minuten anders und macht kehrt. So ähnlich verhält es sich bei Internetusern. Nicht selten ist es die Langeweile, die jemanden durchs Internet surfen lässt. Interessante Inhalte sind willkommen, aber nicht um jeden Preis. Gemeint ist weniger die monetäre Schranke als die Schranke der Umständlichkeit.

Verlagsintern darf und muss mit dem Begriff Paywall weitergearbeitet werden. Man darf jedoch nie vergessen, was die Schranke für den Leser ist. Sie ist ein Tor zu Inhalten mit viel Potenzial.

Bastian Rang

Geschäftsführung
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