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Paywall – wissen wofür man zahlt

Das erste Mal ist immer kostenlos – alte Weisheit, neue Branche

Fühlte man sich bisweilen auf den Online-Portalen vieler Printmedien ähnlich warm empfangen wie ein Schuljunge im Comicladen nach dem Motto: „Wenn du gucken willst, musste auch was kaufen. Bloß durchblättern is nich!“, scheint seit einiger Zeit die Wende hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit eingeläutet. Immer mehr Verlage erkennen die Vorteile mehrstufiger Paywall-Lösungen und verabschieden sich von Bezahlmodellen, die dem Leser die Tür vor der Nase zuschlagen. Neue Web-Technologien ermöglichen es, Bezahlschranken stärker zu individualisieren und dem Nutzerverhalten anzupassen. Leser können sich so zunächst von der Qualität des Angebots überzeugen und kaufen nicht die Katze im Sack.

Praktikable Paywall-Modelle arbeiten mit mehreren Stufen, die sich am Angebot des Mediums und am Zielpublikum orientieren. So können aktuelle Artikel kostenfrei zur Verfügung stehen, während die Archivnutzung zu einem kostenpflichtigem Serviceangebot gehört. Auch die Anzahl der frei zugänglichen Artikel kann individuell eingeschränkt werden, um zufällige oder gelegentliche Besucher nicht gleich brüsk vor die Tür zu setzten. Bei regelmäßigen Nutzern sollte man wiederum versuchen, diese als Abonnenten zu gewinnen.

Am Beispiel des von ipunkt realisierten Online-Portals der Immobilienzeitung lässt sich ein solches Modell gut nachvollziehen. ipunkt hat für die Immobilienzeitung eine vierstufige Paywall umgesetzt. „Laufkundschaft“, die beispielsweise über eine Suchanfrage auf die Seite geleitet wird, steht eine begrenzte Anzahl aktueller Artikel frei zur Verfügung. Wer mehr lesen möchte, hat die Möglichkeit sich als Nutzer zu registrieren. Dies ist ebenfalls kostenlos. Nun stehen dem Nutzer weitere Artikel zur Verfügung und er kann das Archiv eingeschränkt nutzen. Darüber hinaus erhält der registrierte Nutzer einen wöchentlichen Newsletter. Die kostenpflichtigen Stufen drei und vier richten sich an ein Fachpublikum, welches täglich über aktuelle Information verfügen will. Beide sind mit dem Zeitschriftenabonnement gekoppelt und unterscheiden sich noch einmal im Archivzugang.

Die Paywall schreckt also nicht zwingend Interessenten ab. Wenn man es richtig anstellt, kann sie sogar zu neuen Abonnenten der Printausgabe führen – immer vorausgesetzt die Qualität des Angebotes stimmt.

Bastian Rang

Geschäftsführung
Telefon: +49 7141 5059383