Wege zum Paid-Content 2012

Zwei Trends im Online-Publishing

Wir haben es bereits im vergangenen Jahr angedeutet: Das Thema Paid Content wird 2012 die Verlagsbranche umtreiben wie kaum ein anderes. Wie zu erwarten gewesen war, haben die Diskussionen bereits an Fahrt aufgenommen und es zeichnen sich zwei Trends ab:

 

Neustrukturierung der Redaktionen

Verlage, die die Einführung einer Paywall ins Auge fassen, planen ihr Online-Angebot komplett zu überarbeiten. Kern der Neuerungen ist nicht allein der technische Relaunch des Medienportals, sondern vielmehr werden die Redaktionen neu strukturiert und es werden wohl in Zukunft nicht nur bei NZZ und Krone Online- und Printredaktionen enger zusammenarbeiten wie bisher. Diese Entwicklung zeigt, dass Verleger inzwischen erkannt haben, wie wichtig es ist, Inhalte besser der jeweiligen Verbreitungsform anzupassen und aufeinander abzustimmen. Die daraus entstehenden Synergien ermöglichen es nicht zuletzt, neue nutzwertige Inhalte zu generieren, die den Leser hinter die Bezahlschranke locken.

 

Appification

Wie eine Studie des VDZ 2011 ergab, ist die Bereitschaft für eine App zu zahlen ungleich höher, als für ähnliche Inhalte in die Tasche zu greifen, die auf einer „klassischen“ Webseite angeboten werden. Das gilt insbesondere für Nutzer der Produkte mit dem Apfellogo. Dementsprechend investieren viele Verlage zunächst vor allem in Anwendungen für Tablet-PCs und Smartphones. Paywalls wie die der New York Times integrieren die Apps, andere Verlage setzen mit ihren Paid-Content-Angeboten vorerst ausschließlich auf Apps. Beobachter der Branche gehen davon aus, dass die sogenannte „Appification“ 2012 aufgrund der guten Vermarktungsmöglichkeiten weiter voranschreiten wird. Anwendungen für die verschiedenen Endgeräte zu zielgruppenkonformen Preisen greifen auf die gleichen Inhalte zurück bereiten sie nur unterschiedlich auf. Darüber hinaus sind Premium- sowie Low-Budget-Versionen nicht nur denkbar sondern bereits existent. Journalistische Inhalte können so über mehrere Kanäle gleichzeitig gewinnbringend an den zahlenden Leser gebracht werden.

geschrieben von am 3. März 2012

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