Business as unusual.

Wenn über Digitalisierung gesprochen wird, ist das Wort “Veränderung” nicht weit. Gerne fällt auch die Vokabel “disruptiv”, zumindest andeutend, dass das, was gültig war, nicht länger allgemeingültig bleibt. Ansonsten wird mit Veränderung hier oft der Wandel von Strategien, Geschäftsmodellen und Prozessen assoziiert.

Was bei den Strategien bisweilen unter dem Radar bleibt, ist die darunter liegende Vorgehensweise, mit welcher die Veränderung begonnen wird sowie die Vorzeichen, unter denen der Wandel stattfindet.

Veränderung verändert mehr als angenommen

Lösungskonzepte sind, wie so vieles, keine “Wahrheit” in sich. Sie hängen in hohem Maße vom Kontext ab. Dave Snowden hatte in einem Blogbeitrag darauf hingewiesen, dass ein Zweifel an Allgemeingültigkeit an sich zum common sense gehört. Im Grunde ist es evident, dass etwas, das in einem Zusammenhang gut funktioniert, unter anderen Umständen womöglich ziemlich kläglich versagt.

Leider gilt diese Binsenweisheit nicht nur dahingehend, was man über etwas denkt. Sondern auch dahingehend, wie über etwas gedacht wird. Im Sinne der Digitalisierung kann man zumindest zweierlei ableiten. Zum einen: Was nehmen wir unbewusst old school mit in ein System, das anders funktioniert? Zum anderen: Verändert sich, vielleicht, über die Zeit des Veränderungsprozesses unser eigener Kontext?

Jetzt mal ganz praktisch, bitte ...

Welche Auswirkungen hat dies nun auf den Veränderungsprozess? Aus der Praxis zeigt sich, dass Unternehmen große Schwierigkeiten haben, in der Anbahnung eines Digitalisierungsprozesses die Kernkompetenzen zu antiziperen. Müssen diese von extern kommen? Oder rekrutiert man Personal und baut intern Expertise auf? Wie wählt man das Personal aus? Nach welchen Kriterien? Welchen Erfahrungshorizonten? Und: Wer kann die Kriterien der Bewerber dann, tatsächlich, prüfen?

Da Digitalisierungsprojekte oft auch Findungsprozesse sind, kann eingangs des Projektes häufig nicht fix definiert werden, was am Ende benötigt worden sein wird. Oder was, schlussendlich, im Unternehmen dauerhaft benötigt bleibt. Willkommen in der Welt agiler Entwicklungen.

Wird eine Kompetenz A für den Veränderungsprozess benötigt, ist danach allerdings nur noch marginal beansprucht, ist die Ressourcenfrage eine wesentliche. Letzten Endes ist das Personal, das heuer für die Digitalisierung rekrutiert wird, kostenintensiv. Die gewonnene Kompetenz ist jedoch flüchtig, da die Systeme und Entwicklungen selbst schnelllebig sind. Hier Entscheidungen zu früh oder aufgrund von einseitigen Überlegungen zu treffen, engt Lösungsmöglichkeiten ein.

Daran hatten wir ja gar nicht gedacht

Womöglich werden so Lösungsszenarien sogar komplett ausgeblendet. Bastian Rang in seiner Rolle als Berater in Digitalisierungsprojekten wählt hier gerne ein konkretes Beispiel: Wer auf der Suche nach einer “großen” Softwarelösung ist, die mit Modulen und Extensions ein breites Spektrum von Funktionen abdeckt, sucht auch just in diesem Lösungsmuster. Deshalb wird es aus dieser Perspektive kaum eine Ausschreibung geben, die das Szenario einer Service orientierten Lösung motiviert. Obwohl diese bei neutraler Sichtweise die definierten Funktionen hochgradig und zukunfts-flexibel erfüllen könnte.

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen

Im Sinne dieses Zitates von Aristoteles kommt dem Setting der Digitalisierung oder einzelnen Projekten eine wesentliche Bedeutung zu. Einen Blick von extern einzuplanen – und sei es zur Validierung der eigenen Ergebnisse und Sichtweisen – ist kein Mangel an fachlicher Kompetenz, sondern ein Zeichen umsichtiger Planung und bewusster Entscheidungsfindung in einem teilweise komplexen Umfeld.


Zu allgemein?

Individuelle Fragen benötigen individuelle Antworten, am besten im Dialog oder in einem Workshop. Kommen Sie auf uns zu und wir finden die passenden Antworten, zum Beispiel um Ihrem Digitalisierungsprojekt beste Startvoraussetzungen zu geben …

Kontaktieren Sie uns

Rückruftermin vereinbaren