Paid Content: Es muss nicht allen schmecken!

Es ist die dauer-aktuelle Gretchen-Frage der Verlagsbranche: Wann zahlen Nutzer für redaktionelle Inhalte im Netz? Erst kürzlich veröffentlichte auch das American Press Institute eine neue Studie zum Thema Paid Content. Entscheidend ist die Qualität der Inhalte, aber auch, dass die Inhalte den ganz persönlichen Interessen der Leser entsprechen.

“Why do people choose to subscribe? While there are a host of reasons, the No. 1 cited (by more than 4 in 10 subscribers) was that the publication they pay for excels at covering certain topics about which they particularly care.”

“The Times” hat ein neues Produkt lanciert, das genau diese Idee verfolgt. Das Online-Magazin “The Brief” richtet sich explizit an Juristen und befindet sich aktuell noch in der Betaphase. Ob “The Times” mit diesem Produkt Geld verdienen kann, ist also noch offen. Die durchaus solvente Zielgruppe ist dabei aber sicherlich nicht hinderlich.

Das Format ist eine Weiterentwicklung des bestehenden und kostenfreien E-Mail-Bulletins “The Brief”. Neben redaktionellen Inhalten wird das Portal auch Plattform für Branchenevents, Networkinggruppen etc. sein.

Themen zählen, nicht das Medium.

Das Verlagshaus der Times hat verstanden, dass einzelne Themen und eben nicht die Art des Mediums im Mittelpunkt des Interesses der Nutzer stehen. Dass zeigt der Ansatz, “The Brief” als Dialog-und Networking-Plattform zu platzieren, ganz klar.

Bastian Rang, Geschäftsführer von ipunkt Business Solutions, sieht darin auch ein Modell für deutsche Verlage. “News gibt es überall, in Echtzeit und kostenfrei verfügbar. Zeit und Geld investieren Leser vor allem auch für Inhalte, die sie unabhängig von ihrer Aktualität interessieren. Sei es aus privaten oder beruflichen Gründen.”

Ohne eine genaue Kenntnis der Zielgruppe geht es nicht.

Für diesen Ansatz ist es unerlässlich seine Zielgruppe wirklich gut zu kennen. Hier können Verlage ruhig einen Seitenblick auf das Content Marketing einiger Unternehmen werfen. Ray Jenkin zeigt in einem aktuellen Blogpost, wie erfolgreich datengestütztes Content Marketing in der Tourismusbranche umgesetzt wurde. Es geht nicht mehr nur darum mit den Kunden zu sprechen. Angebotene Informationen müssen ihnen einen echten Mehrwert bieten und auch zum richtigen Zeitpunkt kommen.“Understand your audience, then shape your content and targeting.”

Auch kleinere Verlage profitieren von einer Zielgruppenanalyse. Dabei geht es auch ohne “Big Data”. Personas lassen sich auch aufgrund von Erfahrungen, Feedback und Nutzerverhalten definieren.