Responsive Webdesign: Neue Leser nur mit neuer Technologie

Deutsche Verleger erwarten sich viel vom Tablet-Boom – Doch sie müssen gewappnet sein

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) blickt zuversichtlich in die digitale Zukunft. Insbesondere die Entwicklung auf dem Markt der Tablet-PCs bewerten die Verleger positiv. Mit dem wesentlich günstigeren Kindle Fire ist der wohl bisher schärfste Konkurrent zum IPad2 am amerikanischen Markt gestartet und auch Produkte zum Discount-Preis aus Asien ab 45 Dollar erschließen neue Käuferschichten. Auch für Deutschland erhofft sich der VDZ eine weitere Dynamisierung des Marktes und rechnet mit über neun Prozent Wachstum bei den mobilen Diensten im kommenden Jahr, wie eine Umfrage unter den Mitgliedern kürzlich ergab.

Die guten Zahlen, die die Branche in den vergangenen Jahren im Bereich Online-Publishing vorlegen konnte, sind sicherlich zum großen Teil auch der konsequenten Verbesserung der Internetauftritte der einzelnen Medien zu verdanken. Um von den neuen Entwicklungen zu profitieren, müssen Verlage diesen Weg weitergehen und dürfen auch vor weiteren Investitionen nicht zurückschrecken. Blickt man über den Bildschirmrand des IPads hinaus und berücksichtigt auch die weit verbreiteten Smartphones, ist die Zahl der verschiedenen mobilen Endgeräte jetzt schon enorm. Die Differenzierung wird in den kommenden Jahren noch zunehmen. Deshalb müssen erfolgreiche Webanwendungen zukünftig in der Lage sein, auf ganz unterschiedlichen Plattformen zu funktionieren, und zwar in vollem Umfang.

Bisher existieren meist zwei Versionen einer Anwendung, eine klassische für die gängigen Bildschirmauflösungen und eine deutlich reduzierte Variante für mobile Geräte auf einer Subdomain. Eine derartige Trennung entspricht jetzt schon weder dem Stand der Gerätetechnik noch den Anforderungen der Nutzer und neue HTML5 und CSS3 Technologien werden sie bald vollkommen überflüssig machen. Responsive Webdesign wird der Standard der kommenden Jahre heißen. Das flexible Design passt sich automatisch den Anforderungen des jeweiligen Endgerätes an und bietet dem Nutzer stets das optimale Erscheinungsbild.

Künftige Relaunches der Onlineauftritte der Verlagshäuser sollten diese Entwicklung berücksichtigen, wenn sie ihren Leserkreis plattformunabhängig erweitern wollen, nur so werden sie Gewinner der prognostizierten Tablet-Revolution.