Von Software zu Software – oder: die digitalisierten Beziehungsprobleme

Als ob man das nicht kennen würde: Der eine weiß nicht, was der andere genau meint. Der eine sagt etwas nicht weiter, der andere kann so nichts damit anfangen. Der eine redet zu schnell, der andere hört, gerade, nicht zu. Und wir reden hier von und über – Überraschung: Software.

Während es im Zeitalter der Digitalisierung für fast alles eine Lösung gibt, ist damit noch längst nicht an alles gedacht. Denn nur wenige Unternehmen und Branchen leben digital streng monogam.

Gerade im Bereich der Prozesse, die oftmals über verschiedene Plattformen oder Anwendungen hinweg reichen, beginnt hier das kleine Beziehungsdrama digitaler Vernetzung. In der Konzeption des Gesamten wird – sofern die Unverträglichkeiten frühzeitig (sprich: vor dem Kauf) auffallen – dem ersten großen Dilemma Tribut gezollt. Man sucht eine Software, die möglichst alles kann und auf jeden Fall bestimmte externe Systeme bedienen kann.

So weit. So gut?

Einen Schritt zurück gedacht, wird so vielleicht nicht die beste Software für den Zweck gewählt. Sondern jene, die am wenigstens "fremdelt" und - out of the Goldschleifchen-Box - zum vorhandenen Ensemble passt. Am Schluss werkelt so kein Team der Besten, eher eines der am wenigsten Unverträglichen.

Das Kleinste-Gemeinsame-Nenner-Denken

Überspitzt formuliert steht am Ende ein Prozess oder System, das nicht aus Stärken schöpft sondern die Schwächen im Miteinander vermeidet. Ginge es um eine Messlatte, die nicht fallen soll, würde man zwar nicht darüber springen, könnte aber wenigstens erhobenen Hauptes darunter hindurch gehen.

The show must go on

Man mag an dieser Stelle einwenden: Stärken und Schwächen liegen manchmal nah beieinander. Und die Gesamtperformance ist noch immer das Maß, an dem gemessen wird. Das trifft – zunächst – wohl zu. Allerdings ist die Zeit der Feind, der um die Ecke lauert. Digitalisierung ist kein Weitsprung sondern ein Marathon. Das Streckenprofil ändert sich, und morgen kommen Dinge hinzu, an die heute noch keiner denkt. Sprich: Es kann immer etwas kommen und das anders als geplant. Der gestern gefundene Kompromiss im Zusammenspiel ist dann, manchmal plötzlich, keine Hilfe mehr sondern Altlast.

Es sind weniger die Dinge als das Dazwischen

Um in der Beziehungsallegorie zu bleiben: Software ist womöglich weit besser therapierbar als der Homo Sapiens in seinen speziellen Beziehungs- und Kommunikationsnöten. Es lohnt sich daher umso mehr, statt in die Software in die Schnittstellen zu investieren. Schließlich sind es diese kleinen findigen Schleusen, die das fließen lassen, um was es im Grunde immer geht: Daten.

Digitaler Mittelstand gleich digitales Mittelmaß?

Im Zuge der Digitalisierung sind Erneuerungen unumgänglich. Das Ob steht weniger in Frage als das Wie. Der Maßstab von Top-Down-Strategien stellt gerade kleine und mittelständische Unternehmen vor eine hohe Hürde. Große Softwareeinführungen belasten die Ressourcen sowohl personell wie auch menschlich aufs Äußerste. Big-Bang statt Step-by-Step, multiple Migrationen machen Zusatzarbeit nötig, Lernkurven sind zu berücksichtigen, ehe das neue System das Soll erfüllt. Das Personal muss (um-)geschult werden, früher Gelerntes wird zum No-go.
Manchmal wäre es eine lohnende Alternative, wenigstens über das Bottom-up nachzudenken. Die bestehenden Prozesse sind ohnehin zu analysieren. Sobald die beteiligten Systeme identifiziert sind, kann bisweilen anstelle einer neuen Software die bewährte verbleiben und über Schnittstellen eine Digitalisierung im Kleinen mit großer Wirkung initiiert werden. Das erfreuliche Ergebnis können höhere Grade an Automatisierung sein, Prozessbeschleunigungen, das Freigeben von personell gebundenen Ressourcen, die sich fortan Prozessen widmen können, die eine höhere Wertschöpfung bergen als die bislang nötigen Pflegebedürfnisse aus Medienbrüchen und Dateninkompatibilitäten.

Alles ganz easy? Außen yes. Innen: sorry, no.

Weil das Thema Schnittstellen sowohl technisch als auch konzeptionell ein ebenso anspruchsvolles wie vielfältiges ist, haben wir uns bei ipunkt entschlossen, uns in den kommenden Blog-Beiträgen diesem ein wenig eingehender zu widmen. Die kleine Serie soll vor allem das Bewusstsein dafür schaffen, in smarten Lösungen und in verbesserter Vernetzung zu denken - was nicht immer eine neue Software bedeutet.

Falls Sie ein wenig ungeduldig sind und Sie gerne schon jetzt mit uns über Schnittstellen und Optimierungen sprechen wollen: Kommen Sie jederzeit gerne auf uns zu. Diese kommunikative Schnittstelle steht Ihnen jederzeit gerne offen!

Kontaktieren Sie uns

Rückruftermin vereinbaren