Setzt Facebook bald auf Paid Content?

Für Inhalte bezahlen? Ein für Facebook ungewöhnlicher Ansatz - doch laut Wall Street Journal könnte noch Ende 2017 ein Paywall-Modell auf der Plattform gelauncht werden. Nutzer würden dabei ein Abo für “Instant Articles” direkt über Facebook abschließen. Der Social-Media-Dienst tendiere zu einer “Metered Paywall”, heißt es in dem Artikel. Eine gewisse Anzahl von Artikeln im Monat könne dann kostenfrei bezogen werden. Danach wäre der Konsum kostenpflichtig. Wie viele Artikel gratis bezogen werden könnten, ist unklar und könnte auch zu einem Streitpunkt mit Medien werden, die auf harte Paywalls setzen. Ebenfalls offen ist, welchen finanziellen Gewinnanteil Facebook beziehen könnte. Seitens der Verlage war länger für ein Bezahlmodell bei Facebook geworben worden. Jim Friedlich, Vorstandsvorsitzer einer zum “Philadelphia Inquirer” gehörenden Lobby-Stiftung, meint, dass vor allem auch lokale und regionale Angebote profitieren können, denen die Etablierung eines eigenen Bezahlmodell nicht leicht fiele.

Auch deutsche Verlage könnten profitieren

Deutschland nimmt im europäischen Vergleich keine Vorreiterrolle ein. Dies geht unter anderem aus einer aktuellen Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism hervor. Nur 52 % der untersuchten deutschen Online-Angebote nutzt Bezahlmodelle (38% Freemium-Modell und 14 Metered Modell). Im Vergleich zu Frankreich (95 % mit Bezahlmodell), Polen (90 %) und Finnland (87%) wird das Potential bei den deutschen Medien deutlich. Je stärker der Wettbewerb in dem jeweiligen Land ist, desto schwieriger scheint die Etablierung von Paywalls. Auch in Italien (40% mit Bezahlmodell) und Großbritannien (33%) spielt Paid Content eine geringere Rolle. Hier könnte Facebook durch seine vermittelnde Rolle starken Einfluss auf den Markt und die Finanzierung von digitalen Inhalten nehmen.