Stell Dir vor, es ist Digitalisierung, und keiner weiß, warum

In Gesprächen über Digitalisierung wird manchmal offenbar, dass Beispiele im Raum kursieren, die nicht immer erster Hand und Hirn sind. Man hört Marketingsprech über Effizienz, Zeitersparnis, Outputmaximierung. Das Übliche. Alles wird besser dank Bits und Bytes. Wie dies genau stattgefunden hat - oder wie man sich dies vorstellt, im Hier und Jetzt -, diese Frage lässt die Sätze schon zögerlicher werden. Die Theorie aus Buzz- und Schlagworten lernt sich als Smalltalk-Vokabel leichter als das Einmaleins der Digitalisierung. Vor allem KMU kennen dieses Problem: Die Verheißungen der Digitalisierung liegen hinter sieben Hügeln aus Prospekten und Präsentationsunterlagen, die fett gedruckt die Lobpreisungen der Digitalisierung Marke XY verkünden, "Änderungen und Irrtümer vorbehalten" im Kleingedruckten eingeschlossen.

Wozu nochmal genau?

Dass sich mithilfe der Digitalisierung Probleme lösen lassen, wird niemand ernstlich bestreiten. Dass manchmal indes nicht genau klar ist, was genau gelöst werden soll, ist ein echtes Problem. Und dies viel öfter, als man glauben mag. Viele Beratungsgespräche zeigen deutlich, dass die Zielstellung des digitalisierungs-willigen Ansinnens leider eher unscharf ist. Bisweilen gibt es eine ungesunde Voreingenommenheit, dass ein nur vage umrissenes Ziel mit einem bestimmten Mittel zu erreichen sei. Das Ziel selbst ist eher schemenhaft, der gewählte Weg dahin bisweilen nicht minder. Daran sind zumindest zwei Aspekte schwierig: Der Zweck heiligt nicht die Mittel, und ungenaue Fragen münden gemeinhin in ungenauen Antworten. Und nein: Einen Shop zu haben ist kein Ziel, so wenig wie ein PDF ein digitales Geschäftsmodell darstellt ...

Erzählen Sie mal ...

Die Digitalisierung ist kein Mittel zum Zweck. Es geht - im Grunde zur Freude und Wohle aller - um Verbesserung. Gerne wird dies leicht vorschnell mit Produktivität und Wirtschaftlichkeit assoziiert: Das gelobte Land, wo der Bitcoin rollt. Man kann jedoch auch, im Sinne von Rationalisierung im ursprünglichen weiteren Sinne, über Sachziele nachdenken. Oder auch über soziale Aspekte. Man kann also auch anderes Gutes tun, wenn man mag. Wer Mitarbeitern Zeit spart, muss sie nicht zwangsweise entlassen. Sondern könnte ihre Kreativität und Fertigkeiten viel mehr als vorher für die Kernkompetenzen der Firma und der Marke nutzen.

Was die Unschärfe des Projektes angeht, schlägt sich diese auch in seiner Messbarkeit nieder. Damit sind zwar auch die nackten Zahlen gemeint, welche die Erfolgsgeschichte powerpoint-präsentabel schmücken. Vor allem betrifft die Messbarkeit auch die Identifikation der Beteiligten. Dass Ziele harten Kriterien unterliegen, ist eine Binsenweisheit: Sie sollten sachlich beschreibbar sein, messbar, attraktiv, zeitlich zu bemessen ... das sollte reflektiert und auch ehrlich beantwortet sein, ob dies tatsächlich erreichbar ist.
Jedoch hilft es vor allem, wenn ein einfacher, klarer Nutzen benannt ist und von jedem im Projekt beschrieben werden kann. Wo tut es weh und was lindert den alltäglichen Schmerz? Das ist vor allem für KMU ein weit besserer Einstieg in die Digitalisierung als ein Silikon-Valley-like-high-potential-Package, welches oft zitiert multiple Probleme im Global-Player-Modus löst, die das Unternehmen nur leider vorher noch nicht hatte, ehe das Package das Licht des Serverraums erblickte.

Ethisch, praktisch, gut

Die Digitalisierung hat wie jede Veränderung ihre Folgen. Der Gedanke, die Digitalisierung gäbe es "frei Haus", ist in etwa so, als zu denken, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind es Aspekte wie unter anderem der Energiehunger der Systeme, die keine kleine Herausforderung darstellen. Stichworte wie Green IT nehmen sich diesem Bewusstsein an und vermitteln ein Bild der weitreichenden Folgen, die uns mit der Digitalisierung begegnen.

Nicht weniger ist es ein Aspekt der Digitalisierung, ganz konkret zahlreiche ethische Fragen zu beantworten. Als Beispiel hierzu finden sich Leitlinien zur Transformation unter dem Stichwort Digitale Ethik (hier ein Beispiel der Hochschule der Medien). Die Auswirkungen der Digitalisierung ins Alltägliche sind tiefgreifend. Auch das ist eine Binsenweisheit. Allerdings ist diese nicht so allgegenwärtig, scheint es, als dass sie die Gedanken zu konkreten Nutzen und dem Kontext stets begleiten würde. Noch scheint es keine Selbstverständlichkeit darüber nachzudenken, welche schutzbedürftigen Aspekte berührt werden, wenn ein Unternehmen, ganz egal ob KMU oder Konzern, Digitalisierungsprojekte beginnt oder umsetzt.

Alter Wein in digitalen Schläuchen?

Es gilt die Weisheit: was ein schlechter analoger Prozess ist, wird auch ein schlechter digitaler. Die Veränderung ist also nicht der Wechsel vom Analogen ins Digitale. Es ist der Weg vom Analogen ins Digitale. Die Betonung liegt also auf: Weg.

Sie möchten mehr darüber erfahren, welche Werte ipunkt bei der Entwicklung von Lösungen als Basis sieht? Oder Sie haben Interesse, wie wir gemeinsam mit Ihnen ganz konkreten Nutzen und Ziele für Ihre Digitalisierungsprojekte entwickeln? Sprechen Sie uns an. Dialog ist ein gutes Stichwort zu Werten und dem Weg zu gemeinsamen Zielen.

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