Vorteile aus der Vielfalt: wie ein Verlag von der Service-Architektur seiner Software profitiert

Für die meisten Verlage - sei es für Zeitungen oder Zeitschriften - ist die Suche nach dem "perfekten" Redaktionssystem ein ernüchterndes Vorhaben. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Festlegung der Entscheidungskriterien. Man kann nicht alles haben. Und schon gar nicht von allem, scheint es. Was ist wichtig? Was ist nice-to-have? Was kann entfallen? Und: Was wird wichtig werden?

Die Uneinigkeit ist vorprogrammiert. Nicht, weil es sich um Software handelt, sondern, weil sich die Antworten auf die Fragen ändern. Festlegungen sind oftmals Präferenzen. Doch was der Markt präferieren wird, gleicht dem Blick in eine überaus trübe Glaskugel.

Aufwand und Ertrag

Was bei Redaktionssystemen hinzukommt: ein Wechsel ist nie einfach. Die Anschaffungskosten können gerade für kleine Verlage eine erhebliche Hürde darstellen. Die mit der Einführung verbundene Einarbeitungszeit nebst Schulungen, parallel zum Tagesgeschäft, strapazieren die Belegschaft zusätzlich. Es gibt einiges zu stemmen, hängende Schultern sind gewiss.

Flexibel ist, was flexibel bleibt

Der Markt der Medien ist ein unübersichtlicher. Von daher haben Systeme, die nicht festgelegt sind, die besseren Chancen, den Trends folgen zu können. Sie können sie sogar besser setzen, weil die Zeitspanne von einer Idee bis zu deren testweiser Umsetzung vergleichsweise kurz und für das Budget überschaubar ist. So kommt dem Testing von Geschäftsmodellen eine ganz neue Bedeutung zu. Für das zugrundeliegende System bedeutet dies jedoch: es kommt anders und nie wie gedacht. Wie soll dies möglich sein: ein System so marktgerecht bis in die Nischen hinein zu konzipieren, und das für ganz unterschiedliche Verlage und Zielgruppen?

Eine Lösung: viele Lösungen

So unterschiedlich wie die Anforderungen an einzelne Funktionen oder Prozessschritte in Verlagen sind, so unterschiedlich fallen auch die Lösungen aus. Individualität kommt nicht von der Stange. Oder vielleicht eben doch: Denn zerlegt man die Funktionen und Bedürfnisse auf die jeweiligen Elemente und findet die richtigen Lösungen dafür, müssen die Lösungen "nur" noch kombiniert und vernetzt werden. Mehr darüber findet sich in unserem Blogbeitrag Von Software zu Software: die digitalisierten Beziehungsprobleme. Die großen Vorteile dieses "Best of": zum einen kann zukünftig das Gesamtsystem organisch wachsen, zum anderen kann mit der Einführung ebenso organisch begonnen werden. Gerade für kleine Verlage bedeutet dies eine Skalierbarkeit der Lösung - was auch eine ganz neue Qualität im Sinne der Budget- und Zeitplanung für Neueinführungen mit sich bringt. Skalierung bedeutet hier auch: das Große in kleinen Schritten erreichbar machen.

Bigger Business

Dieses flexible Szenario von Anwendungen findet auch bei großen Verlagen Anwendung. Der Spiegel hat Anfang diesen Jahres seine technische Gesamtarchitektur neu und bewusst zukunftsfähig flexibel aufgestellt. Wie dies zustande gekommen ist und welche Argumente für eine Architektur aus Services ganz objektiv für sich sprechen, darüber gibt dieser Artikel über modulare Architektur des Spiegel Auskunft.

Dieser Wechsel von Spiegel online zum neuen Spiegel war kein kleiner Schritt. Selbst für einen Spiegel nicht. Die Hintergründe zum wohl durchdachten Prozess und zum Change Management des Projektes findet sich in diesem Beitrag zum Relaunch des digitalen Spiegel.

Eine Idee nicht nur für Verlage ...

Natürlich eignet sich diese Architektur aus Services und Microservices nicht nur für Medienhäuser und Publikationsprozesse. Sie ist auch geeignet, wenn es zum Beispiel darum geht, in die Jahre gekommene Softwaremonolithen und Strukturen abzutragen. Last but not least: Diese Transformationsprozesse sind durch Fördermittel wie das go-digital-Programm des BMWi gerade für KMU eine Chance für einen wesentlichen Schritt in der Digitalisierung.