WSJ.de macht's vor: Paywall funktioniert auch in Deutschland

Deutsches Portal des Wall Street Journals erfolgreich mit Bezahlinhalten

Im Interview mit der W&V zieht Knut Engelmann, Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe des Wall Street Journals (WSJ.de), eine erste Bilanz nach dem Launch des Portals zu Jahresbeginn und äußert sich zu den Besonderheiten des reinen Online-Magazins. Ohne bereits konkrete Zahlen zu nennen, spricht Engelmann von einem überaus geglückten Start. Sowohl Zugriffe als auch Werbekunden seien zahlreicher als erwartet und lassen den WSJ.de-Chefredakteur zuversichtlich in die Zukunft blicken. Von Anfang an mit einer Paid-Content-Strategie an den Markt gegangen, zeigt das News-Portal der bisher überwiegend kostenfreien Konkurrenz, dass die Paywall auch in Deutschland funktionieren kann.

Engelmann führt den Erfolg auf drei grundlegende Kriterien zurück: Das WSJ sei zum einen eine starke globale Marke und stehe zum anderen für qualitativ hochwertigen Journalismus. Darüber hinaus sei die internationale Perspektive Alleinstellungsmerkmal des Portals in Deutschland und das mache es für die Zielgruppe besonders interessant. Allerdings gibt es auch in Deutschland zahlreiche Magazine die sich als Qualitätsmarken etabliert haben. Für diese lohnt sich ein Bezahlmodell durchaus, auch wenn sie nicht zu den Global Player gehören. Wichtig ist, dass sie ihre Leser mit exklusiven Inhalten überzeugen und das kann, wie das Beispiel WSJ.de zeigt auch eine veränderte Perspektive sein.